Treppenlift Krankenkasse - Ratgeber Antragstellung

Pflegebedürftige Menschen, die einen Pflegegrad haben, können einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen. Damit die Pflege- bzw. Krankenkasse Ihnen einen Zuschuss für den Einbau des Treppenlifts bewilligt, sollten Sie bei der formalen Antragstellung gewisse Formulierungen beachten, sowie formale Abläufe berücksichtigen. Hier finden Sie alle nützlichen Informationen rund um die Antragstellung sowie ein Musterschreiben für die Bezuschussung Ihres Treppenlifts.

Treppenlift Krankenkasse: Formalia bei der Antragstellung

Um unnötig viele Schriftwechsel zwischen Ihnen und Ihrer Pflege- bzw. Krankenkasse zu vermeiden und die Beantragung möglichst reibungslos abzuwickeln, sollten sie die folgenden Formalia vor und zur Antragstellung beachten:

  • Liegt ein Pflegegrad bereits vor? Falls nicht: Beantragung eines Pflegegrades bei der jeweiligen Pflegekasse. Die Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt. 
  • Einholung eines Kostenvoranschlages über Kauf und Installation eines Treppenlifts (die Vorlage eines Kostenvoranschlages genügt in den meisten Fällen)

Wie stelle ich einen Antrag auf Zuschuss für einen Treppenlift?

Der Antrag für einen Zuschuss für eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme, wie z. B. einen Treppenlift, erfolgt entweder formal oder formlos. 

Der formale Antrag

Den formalen Antrag stellen Sie direkt bei Ihrer Pflegekasse über die entsprechenden Formulare. Fragen Sie persönlich bei Ihrer Pflegekasse nach den nötigen Dokumenten oder informieren Sie sich auf der Webseite Ihrer Kasse. Dort finden Sie die Formulare in der Regel als Download.

Die formlose Antragstellung

Der formlose Antrag ist bei der jeweiligen Pflegekasse schriftlich einzureichen und muss zwingend in die Richtung einer wohnumfeldverbessernden Maßnahme formuliert werden. Aus dem Schreiben sollte daher klar hervorgehen, warum Sie den Lift benötigen, indem Sie am besten kurz Ihr Krankheitsbild erläutern. Dem Antrag sollten Sie außerdem einen Kostenvoranschlag sowie Fotos der Raumsituation beifügen, auf denen klar ersichtlich ist, warum die Durchführung der Maßnahme erheblich den Erhalt Ihrer selbstständigen Lebensführung unterstützt. Auf diese Weise beschleunigen Sie nicht nur die Bearbeitungszeit und Prüfung des Antrages durch den medizinischen Dienst (MDK), sondern verbessern gleichzeitig Ihre Chancen auf eine Bezuschussung. Denn nach § 40 Abs. 4 SGB XI gilt:

"Die Pflegekassen können subsidiär finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird."

Konkret ist also eine plausible Begründung zur Durchführung der Maßnahme wichtig für die Höhe des bewilligten Zuschusses (max. 4.000 Euro pro Maßnahme, max. 4 Antragsteller pro Maßnahme).

Wichtig

Beachten Sie, dass die Förderung bis zu 4.000 € je Maßnahme beträgt. Dabei werden alle Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Zuschussgewährung erforderlich sind, als eine Maßnahme gesehen. Werden im Laufe der Zeit, bedingt durch die Änderung des Pflegezustandes, weitere Maßnahmen erforderlich, handelt es sich hierbei um erneute Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung , für die ein erneuter Zuschuss von ebenfalls bis zu 4.000 € gezahlt werden kann.

Mit der Einführung des zweiten Pflegestärkungsgesetzes zum 1. Januar 2017 erhalten pflegebedürftige Personen bereits ab Pflegegrad I einen Zuschuss in Höhe von 4.000 € zu einem Treppenlift. Zudem ist es für Pflegebedürftige, die in einer Wohngemeinschaft leben, außerdem möglich den Zuschuss zu kumulieren. Das Geld wird also jedem Pflegebedürftigen bei vorhandenem Pflegegrad ausgezahlt und kann für eine einheitliche Maßnahme, wie beispielsweise die Anschaffung eines Treppenlifts, verwendet werden. Dabei ist der Gesamtbetrag je Maßnahme mit insgesamt 16.000 € gedeckelt.