Seniorenhandy: So finden Sie das richtige Handy für Senioren

Seniorenhandy: So finden Sie das richtige Handy für Senioren

Die Zielgruppe für die Handyindustrie sind vor allem jüngere Nutzer. Kein Wunder, dass Handys daher immer mehr Zusatzfunktionen anbieten. Doch was für jüngere Menschen ein absolutes Muss ist, stellt ältere Menschen mit eingeschränkter Motorik oder Sinneswahrnehmung vor Probleme. SpezielleSeniorenhandys nehmen auf die besonderen Anforderungen älterer Menschen Rücksicht.

Welche Seniorenhandys gibt es?

Man kann insgesamt drei Kategorien von Seniorenhandys unterscheiden.

Kategorie 1

Zur Kategorie 1 gehören Handys, die mit vereinfachten haptischen Gegebenheiten operieren. Dies bedeutet, dass beispielsweise die Konturen, die Größe und das Gewicht des Handys an die veränderten Bedürfnisse von Senioren angepasst sind. So verfügen die Seniorenhandys in der Regel über eine „fühlbare“ Tastatur und nicht über einen Touchscreen. Darüber hinaus sind die Zusatzfunktionen im Vergleich zu herkömmlichen Handys massiv abgespeckt und die Handys sind visuell sehr einfach zu bedienen.

Kategorie 2

In die Kategorie 2 gehören Seniorenhandys mit speziellen Zusatzfunktionen , z.B. mit GPS-Ortung, EKG-Erstellung und Blutdrucküberwachung.

Kategorie 3

Handys der Kategorie 3 dienen ausschließlich dazu, Notrufe abzusetzen oder bestimmte programmierte Rufnummern zu nutzen. Vor allem bei Handys der ersten und zweiten Kategorie kommen weitere Besonderheiten hinzu. So ist beispielsweise das Display eines Seniorenhandys nicht nur größer sondern auch deutlich kontrastreicher gestaltet und kann unter allen Winkeln gelesen werden. Außerdem sind die Funktionen deutlich eingeschränkt, was die Übersichtlichkeit erhöht und vor allem Senioren mit Sehkrafteinschränkungen zugutekommt.

Weitere nützliche Funktionen eines Seniorenhandys

Neben den herkömmlichen Handys können sich Senioren auch für eine vierte Kategorie , ein sogenanntes Smartphone , entscheiden. Ein solches Handy vereint das Mobiltelefon mit Computerfunktionalitäten , sodass auf dem Handy dann beispielsweise E-Mails abgerufen oder Zugfahrpläne eingesehen werden können.

Wer sich für ein Smartphone als Seniorenhandy entscheidet, der kann bei der Kurzwahl sogar mit einer Bilderkennung arbeiten. Dabei werden die Nummern im Kurzwahlspeicher von
Familienangehörigen oder des Hausarztes mit dem passenden Bild verknüpft. Dazu muss man entweder das entsprechende Bild vom Computer über ein USB-Kabel auf das Handy laden oder noch viel einfacher: Man schießt mit der Handykamera einfach ein Bild der gewünschten Person.
Im Adressspeicher des Telefons werden dann unter dem jeweiligen Namen die Telefonnummer und das dazu gehörige Bild gespeichert. Der Vorteil: Um die Nummer zu wählen, reicht dann ein einfaches Antippen des Bildes, alles andere übernimmt das Handy. Vor allem für Senioren mit Sehkrafteinschränkungen ist dies eine gute Methode, um sich nicht zu verwählen.

Auch Schnellwahltasten gehören bei Seniorenhandys zum Standard. Ein Druck auf die entsprechende Taste reicht aus und die vorher einprogrammierten Nummern werden automatisch gewählt. Der eingeschränkten Motorik älterer Menschen wird durch große Tasten und ein robustes Gehäuse Rechnung getragen. Und wer über ein eingeschränktes Hörvermögen verfügt, der hat bei vielen Handys die Möglichkeit – wie bei einer Induktionsschleife – das Handy an das Hörgerät zu koppeln, sodass problemloses Telefonieren auch mit einem Hörgerät garantiert ist. Allerdings sollten sich Senioren vor dem Kauf ausdrücklich nach der Hörgerätetauglichkeit des Handys erkundigen, denn nicht alle Seniorenhandys weisen diese Funktion auch tatsächlich auf.

Worauf sollte man beim Kauf eines Seniorenhandys achten?

Wer sich für den Kauf eines Seniorenhandys entscheidet, der sollte das Modell im Laden selbst ausprobieren , um sicherzugehen, dass die Technik den eigenen Bedürfnissen entspricht.
Folgende Punkte sollten vor der Kaufentscheidung besprochen werden:

  • Der Akku sollte über eine lange Betriebsdauer verfügen.
  • Das Handy sollte barrierefrei zu bedienen sein. Dazu gehören beispielsweise ein großes und kontrastreiches Display, große Tasten oder klar erkennbare Druckpunkte. Das ist auch für Senioren wichtig, die sich noch fit fühlen, denn erfahrungsgemäß kaufen sich ältere Menschen nicht regelmäßig das neueste Modell.
  • Verzichten Sie auf überflüssige Funktionen. Eine Kamera und die Möglichkeit zur Sprachaufzeichnung mögen sinnvoll sein, ein MP3-Player dagegen weniger.

Augen auf bei der Tarifwahl! Da Senioren erfahrungsgemäß zu den „Wenigtelefonierern“ gehören, ist meist ein sogenannter Prepaid-Tarif die günstigste Lösung. Dabei wird das Telefon, ähnlich einer Telefonkarte, mit einem bestimmten Guthaben aufgeladen, dass dann abtelefoniert werden kann. Ist das Guthaben verbraucht, muss es neu geladen werden. Das geht beispielsweise an der Supermarktkasse, im Zeitungsladen oder auch ganz bequem über den Geldautomaten einer Bank. Ein spezieller Seniorenvertrag lohnt sich dagegen in der Regel nur, wenn man das Handy auch wirklich regelmäßig nutzt und im Internet mit dem Handy surft.

Das Handy als Notruftelefon

Ein entscheidendes Kriterium ist für viele Senioren die Notruffunktion eines Seniorentelefons . Die beste und einfachste Möglichkeit, über die heute in der Regel alle Seniorenhandys verfügen, ist die sogenannte Notruftaste. Dabei handelt es sich um eine Schnellwahltaste. In einem Notfall muss diese nur gedrückt werden und schon werden nacheinander bis zu fünf vorher einprogrammierte Nummern gewählt - beispielsweise der Pflegedienst oder der Anschluss des Nachbarn. Schnelle Hilfe ist so im Notfall garantiert.

Wer zu Stürzen neigt, für den kann auch ein Handy mit eingebauten Notfallsensoren sinnvoll sein. Diese reagieren auf einen Sturz und wählen ebenfalls automatisch die gespeicherten Notrufnummern. Ganz wichtig bei allen Notruffunktionen: Das Handy sollte über eine automatische Ortung per GPS verfügen. Vor allem für ältere Menschen, die viel unterwegs sind, ist dies sinnvoll. Mithilfe der GPS-Ortung können sie bei einem Notfall in jedem Fall gefunden werden, auch wenn sie selbst nicht mehr in der Lage sind, ihren genauen Standort anzugeben. In der Regel ist diese Funktion mittlerweile Standard.