Trauer überwinden – wenn der Partner verstirbt

Der Tod eines geliebten Menschen ist ein Schock, der eine tiefe seelische Erschütterung bewirkt. Wird die Trauer nicht überwunden, drohen Depression und Rückzug aus dem sozialen Leben. Um den Verlust zu verarbeiten, ist Zeit nötig. Doch am Ende des Verarbeitungsprozesses sollte die Rückkehr ins aktive Leben stehen. Was unter dem Schmerz des Verlustes undenkbar erscheint – wieder Lebensfreude, Teilnahme am sozialen Leben und Glück zu erfahren – ist nicht nur möglich, sondern sogar notwendig, um die Trauer überwinden zu können, wenn die Trauer überwunden werden soll.

Trauer zulassen: ein wichtiger Schritt zur Bewältigung

Wenn der Partner verstirbt

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen über seine Gefühle zu sprechen, doch der Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern ist in der Zeit nach dem Verlust des Partners besonders wichtig. Das Gespräch mit anderen hilft, sich der eigenen Trauer bewusst zu werden und sie zu verarbeiten. Gemeinsame Erinnerungen an den verstorbenen Partner zu teilen, ist ein wichtiger Teil der Trauerarbeit , der auch für andere Angehörige und nahestehende Menschen wichtig ist.

Trauer kann sich auch in heftigen Gefühlen von Sehnsucht, Sinnlosigkeit, Angst oder Wut bemerkbar machen. Sie sollten nicht beiseitegeschoben werden, denn sie kehren früher oder später zurück. Seine Trauer zuzulassen und auszudrücken , ist eine Voraussetzung dafür, sie emotional und geistig zu bewältigen. Verlängert sich die Trauerphase über ein halbes Jahr, sprechen Psychologen von einer Trauerreaktion. Sie stellt eine Beeinträchtigung des Gefühlslebens dar, die ernst genommen werden muss, da sie sich zu einer Depression entwickeln kann. Hier ist fachkundige Hilfe gefragt, um wieder zu einem aktiven Leben zurückzufinden.

Diese Unterstützung findet man:

  • in psychologischen Beratungsstellen
  • bei niedergelassenen Psychotherapeuten oder psychologischen Krisen- und Notfalldiensten
  • bei Selbsthilfegruppen
  • bei Kirchen
  • Wohlfahrtsverbände
  • und kommunalen Seniorendiensten.

Trauer überwinden: nicht alleine trauern

Der Verlust des Partners ist eine einschneidende Veränderung. Sie zu akzeptieren, ist alles andere als leicht. Ein Festhalten an alten Gewohnheiten führt oft dazu, dass die Abwesenheit des Partners nur umso schmerzlicher gefühlt wird. Diese Leere mit sinnvollen Aktivitäten zu füllen, seine Gewohnheiten zu ändern und Neues auszuprobieren , ist ein ausgezeichneter Weg, um die Trauer zu überwinden. Vor allem der Kontakt zu anderen bietet die Unterstützung und den Rückhalt, die nötig sind, um wieder ein aktives Leben zu führen.

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • Gruppen, in denen Hobbys und Vorlieben mit anderen geteilt werden können
  • Kurse, in denen Neues gelernt oder vorhandenes Wissen vertieft werden kann, zum Beispiel an Volkshochschulen oder in Seniorenfreizeitstätten
  • gemeinsame Ausflüge mit Familie und Freunden
  • regelmäßige Treffs mit anderen – zum Kaffeetrinken, Reden oder um Unternehmungen zu planen
  • Seniorensportgruppen – körperliche Bewegung hält nicht nur Herz und Kreislauf in Schwung, sondern wirkt auch nachweislich gegen depressive Verstimmungen

Alleinsein hingegen schafft eine Reizarmut, die die Gedanken nur noch stärker um die Trauer kreisen lässt, sodass es den Betroffenen immer schwerer fällt, wieder ein normales Leben zu führen. Auch ein Umzug in eine andere Wohnung, eine Seniorenwohngemeinschaft oder eine betreute Wohngruppe kann hilfreich sein, um die neue, veränderte Lebenssituation besser zu bewältigen und nicht ins Abseits der Isolation zu geraten.

Gemeinsam Wege in ein aktives Leben finden

Wer im Alter den Lebenspartner verliert, ist mit seiner Situation nicht allein. Auch heute noch werden fast doppelt so viele Ehen durch den Tod eines Ehepartners beendet wie durch Scheidung. Die Zahl derjenigen, die dieses einschneidende Ereignis erleben, ist hoch – mehr als 300.000 Verwitwungen wurden allein im Jahr 2000 registriert. Gleichzeitig haben sich die Kommunikationsmöglichkeiten für Senioren in den letzten fünfzehn Jahren durch die Entwicklung des Internets rapide verändert. Es ist inzwischen sehr leicht, Kontakt zu Menschen zu finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. In den sozialen Netzwerken, Foren oder speziellen Seniorennetzwerken werden heute Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen, gemeinsame Unternehmungen geplant, Erfahrungen ausgetauscht und Sorgen und Probleme besprochen. Diese Form des sozialen Austauschs mit anderen beflügelt häufig auch Aktivitäten in der „realen“ Welt und kann sogar neue Lebenspartner zusammenbringen – Kontaktbörsen und Kennenlernportale für Senioren beweisen dies Tag für Tag aufs Neue.